24.1.18 11:53, kommentieren

Kleinbauern demonstrieren für eine gerechte Landwirschaft in Berlin

24.1.18 11:52, kommentieren

Für eine Solidarische Landwirtschaft

Solidarische Landwirtschaft

Solidarische Landwirtschaft bedeutet, dass Kleinbauern sich zusammen geschlossen haben, um  gegen die Ungerechtigkeit der Agrarpolitik zu kämpfen.

Im folgenden werde Ich einige dieser Ungerechtigkeiten stark  verkürzt beschreiben.

Agrarfabriken, z.B. Mastställe schaden den Böden auf Dauer durch zu viel Gülle, die Großbauern durch die Massentierhaltung auf die Felder als Düngemittel bringen und dadurch das Trinkwasser versalzen.  Die Vorgabe der EU auf max. 50mg auf einen Liter Wasser wird tatsächlich unterlaufen. In Niedersachsen enthält das Trinkwasser 70-80 mg an Nitrat und Salze. Für diese Überschreitung zahlt Deutschland Strafe an die EU in Millionenhöhe. Nicht aber die Verursacher,  also  die Agrarfabriken zahlen die Strafe, sondern der Steuerzahler. Den  Profit machen die Großkonzerne und die Kosten werden auf jeden Steuerzahler abgewälzt.    

Agrarfabriken benutzen beim Getreideanbau hochgiftige Spritzmittel (Glyphosat) gegen Insekten, die sie ausschließlich als Schädlinge verstehen und verpesten damit die Umgebung. Sie sind für das Bienen und Insektensterben verantwortlich zu machen. Dr. Gisela Schütte beschreibt das Sterben der Insekten  in Nordrhein - Westfalen in einem Naturschutzgebiet von 1998 von 20% in Folge jede 15 Jahre, wegen der benachbarten Vergiftung der Felder durch Insektenvernichtungsmittel. Sterben die Insekten, dann sterben die Kleinstlebewesen und die Vögel. Dr. Schütte argumentiert im (Pestizid -  Brief vom 07.02.2017 Nr. 01/2017 www.pan-germany.org), dass direkte Subventionen an Agrarfabriken durch die EU (Cross Compliance) und Subventionen an die Umwelt kontraproduktiv waren um die Agrar-Biodiversität (Vielfalt an Pflanzen, Tiere und Insekten) zu sichern. Es müssen vielmehr Subventionen für Kleinbauern und für ökologische Leistungen gezahlt werden. Dass das Geld da wäre, habe die Zahlungen an die Banken zu ihrer Rettung in 2008 um rund 400 Milliarden gezeigt.

In Agrarfabriken, die Schweinezucht mit 20.000,  zwanzigtausend Schweinen betreiben, werden die Tiere gequält. Sie leben dicht an dicht in Ställen und stehen auf Stahlstangen, damit der Schweinekot direkt nach unten fließen kann. Der Kot landet dann als Gülle auf den Feldern. Schweine in Mast dürfen nur 152 Tage leben und werden dann geschlachtet. Weil Schweine in Massentierhaltung ständig unter Stress stehen, weil sie eng zusammen gepfercht sind, werden sie häufig krank und müssen mit Penicillin behandelt werden. Die Pharmaindustrie macht mit dem Verkauf an Medikamenten große Gewinne auch durch die Abnehmer für die Massentierhaltungen (Schweine, Rinder, Geflügel und Kaninchen). Weil Schweine auch mit Futter und Kot in Berührung kommen entstehen Kolibakterien, die in ihrem Blut wieder mit Penizillin bekämpft werden.  Schweine in Mastanlagen bekommen deshalb auch das Super-Penicillin gegen die Multiresistenten Erreger, die sich bilden, wenn Schweine gegen das normale Penicillin resistent geworden sind, also wenn es nicht mehr wirkt. Diese Multiresistente Erreger sind im Schweinefleisch in etlichen Supermärkten nachgewiesen worden. Wer das Schweinefleisch aus Massentierhaltungen, d.h. billig in Supermärkten kauft, kann Multiresistente Erreger mitgeliefert bekommen (Quelle: Film auf ARTE: Report über Fleisch (Okt. 2017).

Aus diesem Grund sind Kinder und alte Menschen, die in Krankenhäusern mit Penicillin behandelt müssen, immer öfter gegen Penicillin resistent  und nur das Super Penicillin kann manchmal noch helfen. Dieses Super - Penicillin wird jedoch auch tonnenweise in der Schweinezucht angewandt. Das hat zufolge, dass immer mehr Kinder und alte Menschen an Multiresistente Erreger in Krankenhäusern sterben müssen.

Die Forderung der Kleinbauern lautet: Die Agrarpolitik muss sich ändern. Die großen Agrarfabriken müssen abgeschafft werden (Anbau im großen Stil von Getreide und Massentierzucht). Die Landwirtschaft muss auf Kleinbäuerliche Betriebe umgestellt werden. Kleine Bauernhöfe müssen durch die Landesregierungen, Bund oder EU mehr Fördergelder bekommen, damit sie ihre Höfe nicht aufgeben müssen. Kleinbauern sollten von ihren Erträgen (Getreide, Fleisch, Gemüse, u.a.) leben können. Biologisch betriebene Landwirtschaft muss finanziell besser gefördert werden. Abschießend schreibt Dr. Gisela Schütte, Universität Hamburg: Dazu müsse aber vernetzter und mit einem weitem Horizont gedacht und gehandelt werden. So müsste  integrative Umweltpolitik mit einer Politik zum Vorteil der unteren Einkommensschichten (z.B. Kleinbauern) verbunden werden. Und: Allein 28 Prozentverringerter Fleischkonsum der männlichen Bevölkerung würde in Deutschland eine Fläche so groß wie Schleswig - Holstein für andere Nutzungen freisetzen. Politik, Medien und Agrarwirtschaft stünden für einen Wandel in besonderer Weise in der Verantwortung.  

24.1.18 11:39, kommentieren